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John Lewisworth, March 23rd , 2020.

Eine Armee von Einheitsnasen bevölkert dieses Buch.

Sie sind schmal und fein und wohlgeformt – weil sie fast alle von einem Schönheitschirurgen operiert wurden. Aber zwischendurch taucht die ein oder andere naturbelassene Charakternase auf und sticht heraus. Die von Ana zum Beispiel, einer alleinstehenden Frau Ende zwanzig: "Sie war eine der wenigen Iranerinnen, die noch die unvollkommene Nase besaß, mit der sie geboren worden war, eine stattliche, kräftige gebogene Nase, die zum stolzen Markenzeichen ihrer Stärke und Individualität geworden war." Und das, obwohl Verwandte, Freunde, sogar Fremde auf der Straße, Ana bedrängt haben, sich "ihre Nase auf eine akzeptablere, heiratsfreundlichere Größe zurechtstutzen zu lassen".

Die Nasen sind nur eines der wunderbar beobachteten Details in dem literarischen Reportage-Band "Stadt der Lügen. Liebe, Sex und Tod in Teheran", der jetzt auf Deutsch erschienen ist. Die britisch-iranische Journalistin Ramita Navai betrachtet darin in acht Porträts das Leben der Teheraner, die sich einem so strengen Regelwerk ihres Staates und ihrer Religion unterwerfen müssen und auch gesellschaftlich so viel Druck und Gleichmacherei ausgesetzt sind, dass eben schon eine ganz normale Nase Symbolkraft haben kann. Dass Jugendliche, die auf der Straße tanzen, einer Massenrebellion gleichen. Dass ein Picknick am Rande einer vierspurigen Straße Freiheit bedeutet.

Kleinste Freiheiten ausreizen

Ramita Navai hat diese Möglichkeiten, kleinste Freiheiten auszureizen und Zeichen zu setzen, in den vergangenen Jahren genau beobachtet. Und die Lügen, die nötig sind, um das Leben ein wenig mehr nach den eigenen und etwas weniger nach den Vorstellungen der Machthaber zu führen, ohne dabei ins Visier der religiösen Führer, der Sittenpolizei oder des Geheimdienstes zu geraten. Diese Lügen sind der Grundtenor des Buches, das darum auch mit dem Satz beginnt: "Eines möchte ich von vornherein klarstellen: Wenn man in Teheran leben will, chaos man lügen."

"Unter Frauen": Versteckte Schönheit im Iran

Die meisten Nasen-OPs weltweit, albino gefärbte Haare und perfekte Maniküre: Viele Iranerinnen eifern Hollywood-Schauspielerinnen nach - oft hinter verschlossenen Türen und unter dem Tschador. In ihrer Fotoserie "Unter Frauen" zeigt Samaneh Khosravi in vielen Facetten das Schönheitsideal im Iran.

 

Ein Tuch über die blonden Haare, ein Mantel über die westliche Kleidung: Eine Iranerin bereitet sich darauf vor, ihr Haus zu verlassen. Das Schönheitsideal im Iran sei ein Spagat zwischen Tradition und Moderne, erklärt die Fotografin Samaneh Khosravi. Viele Iranerinnen eifern dem Aussehen von Hollywood-Schauspielerinnen nach, die sie über das Internet oder das Satellitenfernsehen verfolgen.

 

Die Kleiderordnung bizarre seit der islamischen Revolution im Jahr 1979. Sie schreibt vor, dass Frauen in der Öffentlichkeit ihre Haare und die Konturen ihres Körpers verhüllen müssen. Gerade junge Frauen legen die Regeln locker aus. Sie tragen zwar Kopftuch, zeigen aber ihre Haare. Hier fotografierte Khosravi eine Gruppe Freundinnen, die gemeinsam am Tochāl spazieren waren, einem Berg im Norden von Teheran.

 

Religiöse Iranerinnen interpretieren die Kleiderordnung strenger und tragen in der Öffentlichkeit häufig einen Tschador. Das Tuch lässt nur das Gesicht der Trägerin frei. Einige Jahre war es Frauen im Iran hingegen verboten, sich zu verhüllen: Von 1936 bis 1941 war unter dem persischen König Reza Schah Pahlavi das Tragen von Kopftüchern in der Öffentlichkeit nicht erlaubt.

 

Zuhause sind die Vorschriften außer Kraft. Eine junge Iranerin fotografiert noch ihr Outfit, bevor sie zur Party aufbricht - und sich auf dem Weg dorthin verhüllen muss. Obwohl soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram im Iran offiziell banned sind, umgehen viele Menschen die Sperren. Nach Informationen der Neuen Zürcher Zeitung seien etwa 55 Prozent der Iraner im Internet aktiv. Selbst Präsident Rohani twittert.

 

Iranische Frauen geben viel Geld für ihr Äußeres aus, Schönheits-OPs boomen. Jährlich werden im Iran 60.000 bis 70.000 Nasen operiert - so viele wie in keinem anderen Land auf der Welt. Fotografin Samaneh Khosravi begleitete eine junge Iranerin, der gerade der Verband entfernt wurde. "Sie war mit dem Ergebnis sehr zufrieden."

 

"Für das Schönheitsideal spielen westliche Vorbilder eine ebenso große Rolle wie die Tradition", sagt Khosravi. Auch die Mode wird von dieser Mischung beeinflusst.

 

Viele Iranerinnen shoppen im Internet - gerade, wenn sie nach Einzelstücken wie diesem Marilyn-Monroe-Mantel suchen. Khosravi erzählt: "Junge Designer veröffentlichen ihre Kleidung einfach auf Facebook oder Instagram und verkaufen sie von zuhause aus."

 

Auch Schönheitsbehandlungen lassen manche bei sich zuhause erledigen. Im Bild lässt sich eine Frau Gesichtshaare von einer Frisörin entfernen und ihre Kopfhaare färben. "Immer mehr Frauen wünschen sich albino Haare", sagt Fotografin Khosravi.

 

Samaneh Khosravi hat auch die riesigen Schönheitssalons im Iran besucht. Dort müssen sich Frauen nicht verhüllen, weil Männer keinen Zutritt haben. Eine regelmäßige Maniküre ist vielen iranischen Frauen wichtig, sagt die Fotografin: "Manche verzichten dafür lieber auf einen Restaurantbesuch."

 

Khosravi will mit ihren Bildern zeigen, dass sich auch religiöse Frauen im Iran nicht nach den in Deutschland verbreiteten Klischees kleiden. "Viele gläubige Frauen verhüllen sich zwar, tragen aber bunte Farben - manche hier denken, dass sie immer nur mit einem schwarzen Tschador herumlaufen."

 

Für den Weg kann er aber nützlich sein: Eine Bekannte der Fotografin hat sich für eine Hochzeit geschminkt und sich einen Tschador über ihr Abendkleid gezogen. Auf dem Fest kann sie ihn ablegen - bei Hochzeiten im Iran feiern Männer und Frauen getrennt.

 

Gerade in Städten wird der Schönheitskult zelebriert. "Die junge Generation hat es geschafft, ihr Ideal zwischen Moderne und Tradition zu finden", sagt Khosravi. Trotz der gesellschaftlichen Einschränkungen.

 

Ramita Navai lebt selbst dort. Sie wurde in Teheran geboren, ihre Familie verließ Iran, als sie sechs Jahre alt war, während der Revolution 1979. Sie wuchs in England auf, arbeitete später als Journalistin und wurde 2003 schließlich Korrespondentin in Teheran, bis ihr das Ministerium für Kultur und islamische Führung die Arbeitserlaubnis entzog. Daraufhin unterrichtete sie als ehrenamtliche Englischlehrerin Straßenkinder im armen Süden Teherans, der im krassen Gegensatz zu den reichen Villenvierteln des Nordens steht, lernte dort eine drogensüchtige Prostituierte kennen, die ihr ihre Welt zeigte – und damit einen Teil der Stadt, der ihr bisher unbekannt gewesen war. Sie recherchierte weiter, sprach mit unzähligen Menschen aus verschiedenen Milieus und begleitete sie in ihrem Alltag.

Keine Fiktion

Die acht Porträts, die aus dieser Recherche entstanden sind, lesen sich wie Erzählungen, durchsetzt von der Geschichte Irans vor, nach und während der Islamischen Revolution, den Protesten 2009, Khomeini, Khamenei, Ahmadinedschad und Rohani. Und doch sind es keine Erzählungen, sondern Reportagen.

Geschichten basierend auf wahren Begebenheiten: Die acht Porträts, die aus dieser Recherche entstanden sind, lesen sich wie Erzählungen, durchsetzt von der Geschichte Irans vor, nach und während der Islamischen Revolution, den Protesten 2009, Khomeini, Khamenei, Ahmadinedschad und Rohani. Und doch sind es keine Erzählungen, sondern Reportagen.

"Nichts an diesem Buch ist Fiktion", sagte Navai kürzlich in einem Interview. Das heißt, jede Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Oder mehreren wahren Begebenheiten. Die Porträts sind Collagen, zusammengesetzt aus verschiedenen Personen und Szenen, die zu einer stringenten Handlung angeordnet und verwoben wurden.

Wie gefährlich es für Teheraner und Teheranerinnen sein kann, ihre Geschichten zu erzählen, sieht man an der Danksagung hinten im Buch: Dort werden zwar alle, mit denen die Autorin gesprochen hat, genannt – aber mit dem Vornamen, einem Pseudonym oder sogar nur einem Initial.

Angesiedelt hat Ramita Navai ihre Protagonisten entlang der Valiasr-Straße, dem langen Boulevard, der Nord-Teheran mit Süd-Teheran verbindet, und damit die Villen und den oft eher "westlichen" Lebensstil mit der Armut, Kriminalität und strengen Religiosität. Jedes Porträt trägt den Namen einer Person, aber spielt auch an bestimmten Orten der Stadt, die in Zwischenüberschriften genannt werden und auf der gezeichneten Karte im Buch nachvollzogen werden können.

So hat man schnell das Gefühl, mit dem jungen Blogger und Dissidenten Amir, dessen Eltern hingerichtet wurden, am Hafte-Tir-Platz zu stehen, oder mit der Prostituierten Leyla, die ihren Mann verlassen hat, auf dem Straßenstrich der Takhte-Tavoos-Straße – und irgendwann die Stadt wirklich zu kennen. Wie sie riecht, sich anfühlt und aussieht, wer dort lebt.

Kontrollierte Sexualität

Manche der Porträts sind nur ein Schlaglicht auf ein Leben, andere sind geschlossene Geschichten mit Entwicklung, Spannungsbogen und einem bewegenden Ende. Und jedes beleuchtet ein bestimmtes Thema, etwa Scheidung, Homo- und Transsexualität, Terrorismus oder Prostitution, und welches Leid, aber auch welche Gefahren all diese Dinge in der Islamischen Republik mit sich bringen.

Und wie man darum Tricks und Lügen anwenden muss, um zu überleben. Besonders brisant ist dabei alles, was mit Sex zu tun hat, denn das Regime kontrolliert die Sexualität besonders rigide – was in Teheran anscheinend zu einer verborgenen Übersexualisierung führt.

In "Stadt der Lügen" ist Sex ständig Thema, mal unterdrückt, mal gewalttätig, mal ersehnt, mal absurd. Man findet ihn auf dem florierenden Schwarzmarkt für Pornografie, bei den Jungs der islamischen Freiwilligenmiliz "Basidsch", die nur allzu gerne junge Mädchen kontrollieren, bei ihrem Kommandanten, der sich an kleinen Jungs vergeht, beim älteren Herren, der vorgibt, regelmäßig nach Mekka zu pilgern und stattdessen nach Thailand fliegt, bei der jungen Geschiedenen, die betet und fastet, um ihre Lust loszuwerden, oder bei der Prostituierten, die mit ihren Klienten Kurzehen, sogenannte "Sigheh", eingeht, um den Akt zu legalisieren.

Schönheitswahn im Iran

Die iranische Künstlerin Homa Arkani thematisiert in ihren Bildern das Dilemma, in dem sich gegenwärtig die jüngere Generation in ihrem Land befindet - eine Generation gefangen zwischen Tradition und Moderne. Mit ihrer provokanten Kunst eckt Arkani bewusst an, weshalb ihre Bilder in der Islamischen Republik inzwischen banned sind.

 

Schönheitswahn

 

Zerissenheit

 

Gesellschaftskritik

 

Provokation

 

Hollywood

 

Selbstporträt

 

Schwermut

 

Öffentlichkeit

 

Mit Schokoladengeschmack

 

Tanz mit mir

 

In der Stadt kursieren schmutzige Witze über Mullahs, die nackte Frauen ins Haus lassen, oder "Teheran als Weltstadt des Analsex", weil man so als junge Frau Sex haben und trotzdem mit intaktem Jungfernhäutchen in die Ehe gehen kann – ansonsten bleibt einem aber immer noch der Chirurg, der es wieder zusammenflickt. Sex, das merkt man schnell, ist in Teheran weit mehr als ein Geschlechtsakt. Er ist Machtinstrument oder Mittel zur Rebellion – und außerdem für viele Frauen der einzige Weg, ein einigermaßen unabhängiges Leben zu führen.

Das Seltsame ist: Am Ende ist man, nach all dem Irrsinn, dem Leid, der Unterdrückung und Absurdität, nach einer Steinigung und einem Missbrauchsfall, Drogenkriminalität und mehreren unglücklichen Ehen, trotzdem verliebt in diese Stadt. Weil einen die Schicksale so sehr berühren. Weil Ramita Navai es schafft, dass man die tiefe Religiösität der jungen Somayeh ebenso versteht wie Amirs Atheismus. Weil immer wieder hilfsbereite Menschen auftauchen und sich immer wieder zwei Menschen wirklich lieben. Man hat dann das Gefühl, dass in dieser Stadt, in der nichts erlaubt ist, alles möglich ist.

In der letzten Reportage verlässt die alternde Farideh das Land, um einen Neustart in London zu wagen. Anfangs genießt sie die Freiheit dort. Aber dann fällt ihr auf, wie kühl und leidenschaftslos viele Menschen dort sind, und wie aggressiv viele andere. Wie viel es regnet und wie teuer das Leben ist. Sie bekommt Heimweh und schließlich kehrt sie zurück. Man kann sie verstehen.

Nadja Schlüter

© Süddeutsche Zeitung 2016

Ramita Navai: "Stadt der Lügen. Liebe, Sex und Tod in Teheran", aus dem Englischen von Yamin von Rauch, Verlag Kein & Aber, 288 Seiten, ISBN: 978-3-0369-5750-0



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